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Juni 2015

Deutscher Pkw-Markt im Juni 2015: 

Positiver Trend bei der Pkw-Nachfrage setzt sich fort

 

Mehr Arbeitstage und eine positive Grunddynamik bringen zweistellige Zuwächse bei den Neuzulassungen und Besitzumschreibungen. Von den Top zehn Marken liegt nur Renault nach sechs Monaten leicht im Minus. Deutsche Marken entwickeln sich besser als die Importeure. Die Prognose von 3,17 Millionen Neuzulassungen für das Gesamtjahr bleibt unverändert.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


Grafik 1 von 8
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Dienstag, 02. Juli 2015
 

Oberhausen. Im Juni 2015 wurden 313.539 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach sechs Monaten liegen die Neuzulassungen 5,2 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums. Die erwartet starke Nachfrageentwicklung des vergangenen Monats ist nur zu einem Teil auf die höhere Zahl an Arbeitstagen zurückzuführen. Die Neuzulassungen profitieren von einer positiven Grunddynamik, die sich in den vergangenen Monaten noch leicht verstärkt hat.
Die privaten Neuzulassungen lagen zwar auch im Plus, die langjährige Tendenz der rückläufigen Anteile von privaten Neuzulassungen setzte sich aber auch im Juni fort. Das Nachfrageverhalten der Verbraucher ändert sich weiterhin dahingehend, dass immer häufiger auf bereits zugelassene, fertig konfigurierte Pkw zurückgegriffen wird, die einen nicht unerheblichen Preisvorteil haben.
Die Frühindikatoren zeigten im Juni eine leichte Eintrübung oder stagnierende Entwicklung. Der IFO-Geschäftsklimaindex war leicht rückläufig, befindet sich aber weiterhin auf einem vielversprechenden Niveau. Dazu passt auch der leichte Rückgang des Industrievertrauens in Deutschland. Die schwelende Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Griechenland drückt offensichtlich auf die Stimmung der Industrie. Das Verbrauchervertrauen zeigt bisher geringere Reaktionen auf die wirtschaftlichen und politischen Risiken. Zwar wird die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung skeptischer gesehen als noch vor einem Monat, die Erwartungen bezüglich der persönlichen finanziellen Situation sind aber nach wie vor sehr optimistisch.
Für den weiteren Jahresverlauf wird mit keiner erneuten Eintrübung der Rahmenbedingungen gerechnet. Das Wirtschaftswachstum wird circa zwei Prozent höher ausfallen als 2014 und die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist so gut wie seit Langem nicht mehr. Darüber hinaus meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA) für die ersten sechs Monate ein Plus von sieben Prozent bei den inländischen Auftragseingängen deutscher Hersteller. Der laufende Monat wird aufgrund eines hohen Vorjahresergebnisses - wenn überhaupt - nur eine sehr geringe Wachstumsrate aufweisen und in etwa auf 270.000 Neuzulassungen kommen.
Insgesamt werden sich die Pkw-Neuzulassungen 2015 weiterhin positiv entwickeln. Die Prognose der Automobilwoche für 2015 von 3,17 Millionen Neuzulassungen, ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bleibt somit unverändert. Damit befindet sich das erwartete Neuzulassungsniveau nur noch gut vier Prozent unterhalb des Durchschnitts der Vorkrisenjahre 2000 bis 2007.

Die Besitzumschreibungen legten mit plus 14,7 Prozent ebenfalls stark zu. Damit bestätigte sich, dass die deutschen Verbraucher so stark wie schon lange nicht mehr den Wunsch haben, ihr Altfahrzeug zu ersetzen: Addiert man die Besitzumschreibungen und die privaten Neuzulassungen, so zeigt sich, dass - ausgenommen vom Jahr der Verschrottungsprämie – diese so definierte private Nachfrage in den ersten sechs Monaten den höchsten Stand seit 2003 erreicht hat.
Die Entwicklung der Top zehn Marken im Juni brachte bis auf eine Ausnahme für alle Marken positive Ergebnisse:
Marktführer VW verzeichnete ein ähnliches Plus wie der Gesamtmarkt und erreichte einen Marktanteil von 20,3 Prozent.
Mercedes blieb mit einem Plus von 22,3 Prozent vor Audi (plus 23 Prozent) wiederum knapp auf Platz zwei und Opel schob sich mit einem Marktanteil von 7,7 Prozent vor BMW auf Platz vier. Auf Platz sechs landete Ford mit einem Plus von über zwölf Prozent.
Auf den Plätzen sieben bis zehn liegen die vier Importmarken Skoda, Seat, Hyundai und Renault. Dabei musste Hyundai als einzige der Top zehn Marken einen Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat hinnehmen.
Die Gewinner der Halbjahresbilanz bei den volumenstärksten zehn Marken sind VW mit plus 8,5 Prozent, gefolgt von Audi mit plus 5,6 Prozent und Seat mit 5,3 Prozent. Lediglich Renault konnte das Ergebnis des ersten Halbjahres 2014 nicht erreichen. Auf Platz eins liegt auch nach sechs Monaten eindeutig VW mit einem Marktanteil von 21,7 Prozent. Auf Platz zwei und drei folgen Mercedes und Audi. Beide Marken trennen weniger als 1.300 Neuzulassungen. Platz vier behauptet mit BMW ebenfalls eine Premium-Marke vor Opel, knapp gefolgt von Ford.
Insgesamt konnten sowohl die deutschen Premium- als auch die deutschen Volumen-Marken aufgrund überproportionaler Zuwächse ihre Marktanteile steigern. Die Importeure erreichten lediglich ein Wachstum von 2,9 Prozent und fielen auf einen Marktanteil von 35,5 Prozent nach 37 Prozent im Vorjahreszeitraum.