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August 2015

Deutscher Pkw-Markt im August 2015:

Neuwagen sehr gefragt

Die Nachfrage nach neuen Pkw steigt um mehr als sechs Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besitzumschreibungen bleiben ebenfalls deutlich im Plus. Von den Top zehn Marken liegt nur VW unterhalb des Vorjahresmonats. Die Prognose für das Gesamtjahr wird leicht auf 3,195 Millionen Neuzulassungen erhöht.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


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Donnerstag, 03. September 2015
 

Oberhausen. Im August 2015 wurden in Deutschland 226.314 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach acht Monaten liegen die Neuzulassungen 5,6 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums. Damit übertraf die Neuzulassungsentwicklung wiederum leicht die Erwartungen und es zeigt sich, dass die Nachfrage die positive Grunddynamik der vergangenen Monate beibehalten hat. Bis auf 2009, dem Jahr der Verschrottungsprämie, wurde in den vergangenen acht Monaten das beste Ergebnis seit neun Jahren erzielt.

Viele gewerbliche Zulassungen decken private Nachfrage ab

Die privaten Neuzulassungen lagen gut zwei Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die langjährige Tendenz der rückläufigen Anteile von privaten Neuzulassungen setzte sich damit auch im August fort. Knapp 35 Prozent aller Neuzulassungen wurden direkt von Privatpersonen getätigt. Ein großer Teil der gewerblichen Neuzulassungen dient aber auch - als Besitzumschreibung - zur Abdeckung privater Nachfrage. Das Verhalten der Verbraucher ändert sich weiterhin dahingehend, dass immer häufiger auf bereits zugelassene, fertig konfigurierte Pkw zurückgegriffen wird, die einen nicht unerheblichen Preisvorteil haben. Es ist davon auszugehen, dass dieses Jahr gut 20 Prozent aller gewerblichen Neuzulassungen für die Nachfrage von Privatkunden vorgenommen werden.

Die Frühindikatoren zeigten im August eine uneinheitliche Entwicklung: Der IFO-Geschäftsklimaindex war etwas positiver als im Vormonat. Insbesondere die aktuelle Situation wurde besser beurteilt, während die Erwartungen für die nächsten sechs Monate minimal zurückgingen. Dazu passt auch die leichte Eintrübung der Vertrauensindices der Industrie und der Verbraucher. Allerdings werden sowohl die Aussichten für die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung als auch für die persönliche finanzielle Situation immer noch deutlich positiver gesehen als im langjährigen Durchschnitt.

Für den weiteren Jahresverlauf wird mit keiner erneuten Eintrübung der Rahmenbedingungen gerechnet. Das Wirtschaftswachstum wird circa zwei Prozent höher ausfallen als 2014 und die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich von Monat zu Monat. Darüber hinaus meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA) ein Plus von sechs Prozent bei den inländischen Auftragseingängen deutscher Hersteller.

Auch für 2016 ist mit weiter steigenden Neuzulassungen zu rechnen

Insgesamt werden sich die Pkw-Neuzulassungen 2015 weiterhin positiv entwickeln. Die Prognose der Automobilwoche für 2015 ist aufgrund der aktuellen Entwicklung leicht auf 3,195 Millionen Neuzulassungen, ein Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, angehoben worden. Damit befindet sich das erwartete Neuzulassungsniveau nur noch 3,3 Prozent unterhalb des Durchschnitts der Vorkrisenjahre 2000 bis 2007.

Sollte sich die zunehmend positive Dynamik der Neuzulassungen weiter verstärken, ist ein Gesamtjahresergebnis von über 3,2 Millionen nicht mehr auszuschließen. Auch für 2016 sind die Vorzeichen positiv. Aufgrund unverändert guter Aussichten für die allgemeinen Rahmenbedingungen und wegen eines aufgestauten Nachholbedarfs aus vergangenen Jahren, ist auch für nächstes Jahr mit weiter steigenden Neuzulassungszahlen zu rechnen.

Die Besitzumschreibungen legten mit plus 1,6 Prozent ebenfalls leicht zu. Im bisherigen Jahresverlauf liegen sie 4,4 Prozent über denen der Vorjahresperiode. Damit bestätigte sich, dass die deutschen Verbraucher so stark wie schon lange nicht mehr den Wunsch haben, ihr Altfahrzeug zu ersetzen: Addiert man die Besitzumschreibungen und die privaten Neuzulassungen, so zeigt sich, dass - ausgenommen vom Jahr der Verschrottungsprämie – diese so definierte private Nachfrage in den ersten acht Monaten den höchsten Stand seit 2003 erreicht hat.

Marktführer VW fällt unter Vorjahr, Renault mit stärkstem Wachstum

Die Entwicklung der Top zehn Marken im August brachte bis auf eine Ausnahme für alle Marken positive Ergebnisse:
Marktführer VW verzeichnete als einzige der Top zehn Marken ein Minus, bleibt aber dennoch mit 18,6 Prozent Marktanteil deutlich auf Platz eins.
Mercedes blieb mit einem Plus von 14,5 Prozent vor BMW (plus 7,4 Prozent) auf Platz zwei und Audi belegte mit einem Marktanteil von 7,8 Prozent vor Opel Platz vier. Auf Platz sechs landete Ford mit einem deutlichen Plus von 7,1 Prozent.
Auf den Plätzen sieben bis zehn liegen die vier Importmarken Skoda, Hyundai, Renault, und Seat. Von diesen konnte lediglich Seat kein überdurchschnittliches Wachstum verzeichnen. Renault erreichte im August mit einem Plus von über 25 Prozent das stärkste Wachstum der Top zehn Marken.
Obwohl VW im August einen Rückgang hinnehmen musste, hat die Marke nach acht Monaten mit plus 6,4 Prozent das höchste Wachstum der Top zehn Marken erzielt. Mit Mercedes und Hyundai konnten zwei weitere Marken ein überdurchschnittliches Wachstum verzeichnen. Alle übrigen sieben Marken erreichten bisher noch nicht die Wachstumsrate des Gesamtmarktes, liegen aber oberhalb der Neuzulassungsergebnisse der Vorjahresperiode.