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September 2015

Deutscher Pkw-Markt im September 2015:

Neuzulassungen steigen weiter

Die Nachfrage nach neuen Pkw steigt um fast fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besitzumschreibungen bleiben ebenfalls leicht im Plus. Alle Top zehn Marken konnten ihr Vorjahresergebnis verbessern. Für das Gesamtjahr werden circa 3,2 Millionen Neuzulassungen erwartet.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


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Mittwoch, 07. Oktobber 2015
 

Oberhausen. Im September 2015 wurden 272.479 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach neun Monaten liegen die Neuzulassungen 5,5 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums. Damit entsprach die Neuzulassungsentwicklung den Erwartungen und es zeigt sich, dass die Nachfrage mit einer weiterhin positiven Grunddynamik in das letzte Quartal hineingeht. Bis auf 2009, dem Jahr der Verschrottungsprämie, wurde in den vergangenen neun Monaten das beste Ergebnis seit neun Jahren erzielt.

Viele gewerbliche Zulassungen decken private Nachfrage ab


Die privaten Neuzulassungen lagen gut fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die langjährige Tendenz der rückläufigen Anteile von privaten Neuzulassungen setzte sich damit auch im September fort. Lediglich 31 Prozent aller Neuzulassungen wurden direkt von Privatpersonen getätigt. Dies ist der niedrigste jemals beobachtete Anteil an direkten privaten Neuzulassungen. Ein großer Teil der gewerblichen Neuzulassungen dient aber auch - dann als Besitzumschreibung - zur Abdeckung privater Nachfrage. Das Verhalten der Verbraucher ändert sich weiterhin dahingehend, dass immer häufiger auf bereits zugelassene, fertig konfigurierte Pkw zurückgegriffen wird, die einen nicht unerheblichen Preisvorteil haben. Es ist davon auszugehen, dass dieses Jahr gut 20 Prozent aller gewerblichen Neuzulassungen für die Nachfrage von Privatkunden vorgenommen werden.

Verbrauchervertrauen sinkt deutlich

Die Frühindikatoren zeigten im September eine uneinheitliche Entwicklung: Der IFO-Geschäftsklimaindex war etwas positiver als im Vormonat. Die aktuelle Situation wurde von den Unternehmen etwas schlechter beurteilt, aber mit Blick auf den weiteren Geschäftsverlauf nahm der Optimismus zu. Dazu passt auch die Erholung des Vertrauensindex der Industrie. Das Verbrauchervertrauen erhielt allerdings einen deutlichen Dämpfer und fiel auf den niedrigsten Stand seit Herbst 2013. Während die persönliche finanzielle Situation weiterhin optimistisch beurteilt wird, war die Beurteilung der künftigen allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung deutlich schlechter als noch vor einem Monat. Außerdem nahm die Angst, in den nächsten Monaten arbeitslos zu werden, sprunghaft zu. Diese Zahlen, die jeweils in der ersten Monatshälfte erhoben werden, spiegeln sicherlich die Verunsicherung vieler Menschen bezüglich der Flüchtlingssituation wider. Rein objektiv gesehen sind die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland so gut wie seit Langem nicht mehr.

Für den weiteren Jahresverlauf wird mit keiner erneuten Eintrübung der Rahmenbedingungen gerechnet. Das Wirtschaftswachstum wird circa zwei Prozent höher ausfallen als 2014 und die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich von Monat zu Monat. Darüber hinaus meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA) für September ein Plus von 13 Prozent bei den inländischen Auftragseingängen deutscher Hersteller. Das Plus im bisherigen Jahresverlauf liegt bei sieben Prozent.

Auch für 2016 ist mit weiter steigenden Neuzulassungen zu rechnen

Insgesamt werden sich die Pkw-Neuzulassungen 2015 weiterhin positiv entwickeln. Die Prognose der Automobilwoche für 2015 liegt bei unveränderten 3,195 Millionen Neuzulassungen, ein Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit befindet sich das erwartete Neuzulassungsniveau nur noch 3,3 Prozent unterhalb des Durchschnitts der Vorkrisenjahre 2000 bis 2007. Sollte sich die zunehmend positive Dynamik der Neuzulassungen im vierten Quartal weiter verstärken, ist ein Gesamtjahresergebnis von über 3,2 Millionen nicht auszuschließen. Auch für 2016 sind die Vorzeichen positiv. Aufgrund unverändert guter Aussichten für die allgemeinen Rahmenbedingungen und wegen eines aufgestauten Nachholbedarfs aus vergangenen Jahren, ist auch für nächstes Jahr mit weiter steigenden Neuzulassungszahlen zu rechnen.
Die Besitzumschreibungen legten mit knapp einem Prozent leicht zu. Im bisherigen Jahresverlauf liegen sie vier Prozent über denen der Vorjahresperiode. Damit bestätigte sich, dass die deutschen Verbraucher so stark wie schon lange nicht mehr den Wunsch haben, ihr Altfahrzeug zu ersetzen: Addiert man die Besitzumschreibungen und die privaten Neuzulassungen, so zeigt sich, dass - ausgenommen vom Jahr der Verschrottungsprämie – diese so definierte private Nachfrage in den ersten neun Monaten den höchsten Stand seit 2003 erreicht hat.

Marktführer VW wieder im Plus, Nissan verdrängt Renault aus den Top zehn


Die Entwicklung der Top zehn Marken im September brachte für alle Marken positive Ergebnisse:
Marktführer VW verzeichnete nach dem Rückgang im vergangenen Monat wieder ein Plus von fast vier Prozent und bleibt mit einem Marktanteil von 20,9 Prozent deutlich auf Platz eins.

Mercedes blieb mit einem kleinen Plus von 0,7 Prozent vor BMW (plus 2,4 Prozent) auf Platz zwei und Audi belegte mit einem Marktanteil von acht Prozent vor Opel Platz vier. Der Unterschied zwischen Audi und BMW betrug im September ganze 64 Neuzulassungen. Auf Platz sechs landete Ford mit einem überdurchschnittlichen Plus von 9,6 Prozent. Auf den Plätzen sieben bis zehn liegen die vier Importmarken Skoda, Hyundai, Seat, und Nissan. Von diesen konnte lediglich Skoda kein überdurchschnittliches Wachstum verzeichnen. Hyundai erreichte im September mit einem Plus von fast 25 Prozent das stärkste Wachstum der Top zehn Marken. Mit plus 17 Prozent verdrängte Nissan den Konkurrenten Renault. Es war das erste Mal seit Dezember 2009, dass Nissan mehr Neuzulassungen erreichte als der französische Wettbewerber.