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Oktober 2015

Deutscher Pkw-Markt im Oktober 2015:

Neuzulassungen bleiben auf Kurs

Die Nachfrage nach neuen Pkw steigt um gut ein Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dieselanteil bleibt auf hohem Niveau. Besitzumschreibungen fallen leicht unter das hohe Vorjahresergebnis. Ford erzielt das höchste Wachstum aller Top zehn Marken. Für das Gesamtjahr werden weiterhin circa 3,2 Millionen Neuzulassungen erwartet.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


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Dienstag, 03. November 2015
 

Oberhausen. Im Oktober 2015 wurden in Deutschland 278.372 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach zehn Monaten liegen die Neuzulassungen 5,1 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums. Damit entsprach die Neuzulassungsentwicklung den Erwartungen und es zeigt sich, dass die Nachfrage mit einer weiterhin positiven Grunddynamik in die beiden letzten Monate des Jahres hineingeht. Der Dieselanteil blieb im Oktober mit 47,7 Prozent auf dem hohen Niveau der Vorjahresmonate.

Viele gewerbliche Zulassungen decken private Nachfrage ab

Die privaten Neuzulassungen lagen knapp zwei Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die langjährige Tendenz der rückläufigen Anteile von privaten Neuzulassungen setzte sich damit auch im Oktober fort. Weniger als 34 Prozent aller Neuzulassungen wurden direkt von Privatpersonen getätigt. Dies ist der niedrigste jemals beobachtete Anteil an direkten privaten Neuzulassungen in einem Oktober. Ein großer Teil der gewerblichen Neuzulassungen dient aber auch als Besitzumschreibung zur Abdeckung privater Nachfrage. Das Verhalten der Verbraucher ändert sich weiterhin dahingehend, dass immer häufiger auf bereits zugelassene, fertig konfigurierte Pkw zurückgegriffen wird, die einen nicht unerheblichen Preisvorteil haben. Es ist davon auszugehen, dass dieses Jahr über 20 Prozent aller gewerblichen Neuzulassungen für die Nachfrage von Privatkunden vorgenommen werden.

Verbrauchervertrauen sinkt deutlich

Die Frühindikatoren zeigten im Oktober eine uneinheitliche Entwicklung: Der IFO-Geschäftsklimaindex war etwas negativer als im Vormonat. Die aktuelle Situation wurde von den Unternehmen etwas schlechter beurteilt, aber mit Blick auf den weiteren Geschäftsverlauf nahm der Optimismus zu. Dazu passt auch die stabile Entwicklung des Vertrauensindex der Industrie. Das Verbrauchervertrauen erhielt allerdings einen deutlichen Dämpfer und fiel auf den niedrigsten Stand seit Frühjahr 2013. Während die persönliche finanzielle Situation weiterhin optimistisch beurteilt wird, war die Beurteilung der künftigen allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung deutlich schlechter als noch vor einem Monat. Außerdem nahm die Angst, in den nächsten Monaten arbeitslos zu werden, zum zweiten Mal sprunghaft zu. Diese Zahlen, spiegeln sicherlich die Verunsicherung vieler Menschen bezüglich der Flüchtlingssituation wider. Rein objektiv gesehen sind die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland so gut wie seit langem nicht mehr.
Für die nächsten Monate wird mit keiner erneuten Eintrübung der Rahmenbedingungen gerechnet. Das Wirtschaftswachstum wird circa zwei Prozent höher ausfallen als 2014 und die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich von Monat zu Monat. Darüber hinaus meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA) für Oktober ein Plus von vier Prozent bei den inländischen Auftragseingängen deutscher Hersteller. Das Plus im bisherigen Jahresverlauf liegt bei sechs Prozent.

Auch für 2016 ist mit weiter steigenden Neuzulassungen zu rechnen

Insgesamt werden sich die Pkw-Neuzulassungen 2015 weiterhin positiv entwickeln. Die Prognose der Automobilwoche für 2015 liegt bei unveränderten knapp 3,2 Millionen Neuzulassungen, ein Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit befindet sich das erwartete Neuzulassungsniveau nur noch 3,3 Prozent unterhalb des Durchschnitts der Vorkrisenjahre 2000 bis 2007. Auch für 2016 sind die Vorzeichen positiv. Aufgrund unverändert guter Aussichten für die allgemeinen Rahmenbedingungen und wegen eines aufgestauten Nachholbedarfs aus vergangenen Jahren, ist auch für nächstes Jahr mit weiter steigenden Neuzulassungszahlen zu rechnen.

Die Besitzumschreibungen lagen aufgrund des hohen Vorjahreswertes (es war das beste Oktoberergebnis seit 15 Jahren) knapp im Minus. Im bisherigen Jahresverlauf liegen sie 3,5 Prozent über denen der Vorjahresperiode. Damit bestätigte sich, dass die deutschen Verbraucher so stark wie schon lange nicht mehr den Wunsch haben, ihr Altfahrzeug zu ersetzen: Addiert man die Besitzumschreibungen und die privaten Neuzulassungen, so zeigt sich, dass - ausgenommen vom Jahr der Verschrottungsprämie – diese so definierte private Nachfrage in den ersten zehn Monaten den höchsten Stand seit 2003 erreicht hat.

Marktführer VW rutscht leicht ins Minus

Die Entwicklung der Top zehn Marken im Oktober brachte unterschiedliche Ergebnisse:
Marktführer VW verzeichnete ein leichtes Minus, bleibt aber mit einem Marktanteil von 22,1 Prozent deutlich auf Platz eins. Auch wenn dieser Anteil im Vergleich zu den vergangenen drei Oktoberwerten etwas geringer ausfällt, ist dies sicherlich noch nicht auf die Auswirkungen der aktuellen Turbulenzen um Volkswagen zurückzuführen. Im bisherigen Jahresverlauf entwickelt sich VW etwas stärker als der Gesamtmarkt.
Mercedes blieb mit einem Plus von 1,5 Prozent vor Audi (plus 0,9 Prozent) auf Platz zwei. Platz vier belegte BMW mit einem Plus von 7,1 Prozent. Diese vier Marken führen auch in dieser Reihenfolge die Top zehn Rangliste im bisherigen Jahresverlauf an.

Ford erreicht das höchste Wachstum der Top zehn Marken

Mit dem außergewöhnlichen Zuwachs von fast zwölf Prozent schob sich Ford im Oktober vor Opel (plus 6,3 Prozent) auf Rang fünf. Im bisherigen Jahresverlauf liegt Opel aber noch knapp mit 6.500 Neuzulassungen vor Ford. Auf den Plätzen sieben bis zehn liegen die vier Importmarken Skoda, Renault, Hyundai und  Seat. Von diesen konnte lediglich Hyundai das Vorjahresergebnis bestätigen. Die drei Wettbewerber verloren deutlich. Nach zehn Monaten bleibt Hyundai mit einem Plus von 7,5  Prozent aber die erfolgreichste Marke der Top zehn. Einzig Renault rutschte mit dem Oktoberergebnis auch kumuliert wieder ins Minus.