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November 2015

Deutscher Pkw-Markt im November 2015:

Neuzulassungen steigen weiter deutlich an

Die Nachfrage nach neuen Pkw steigt um fast neun Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Dieselanteil bleibt auf hohem Niveau. VW fällt leicht unter Vorjahr, Ford erzielt das höchste Wachstum aller Top zehn Marken. Für das Gesamtjahr werden in diesem Jahr 3,2 Millionen und im nächsten Jahr 3,24 Millionen Neuzulassungen erwartet.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


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Mittwoch, 2. Dezember 2015
 

Oberhausen. Im November 2015 wurden 272.377 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach elf Monaten liegen die Neuzulassungen 5,4 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums. Damit lag die Neuzulassungsentwicklung über den Erwartungen und die Nachfrage geht mit einer weiterhin positiven Grunddynamik auf den Jahreswechsel zu. Bis auf 2009, dem Jahr der Verschrottungsprämie, wurde in den vergangenen elf Monaten das beste Ergebnis seit neun Jahren erzielt. Der Dieselanteil blieb im November mit 49,7 Prozent auf dem hohen Niveau der Vorjahresmonate.

Private Neuzulassungen wachsen stärker als gewerblichen Zulassungen


Mit einem Anteil von 33,6 Prozent lagen die privaten Neuzulassungen knapp zwölf Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit wurde die langjährige Tendenz der rückläufigen Anteile von privaten Neuzulassungen im November unterbrochen. Dennoch setzt sich generell die Tendenz fort, dass private Verbraucher immer häufiger auf bereits zugelassene, fertig konfigurierte Pkw zurückgreifen, die einen nicht unerheblichen Preisvorteil haben. Die gewerblichen Zulassungen stiegen um 7,6  Prozent.

Verbrauchervertrauen trübt sich nicht weiter ein

Die Frühindikatoren zeigten im November keine wesentliche Änderungen: Der IFO-Geschäftsklimaindex war wieder etwas positiver als im Vormonat. Sowohl die aktuelle Situation als auch Geschäftserwartungen wurden von den Unternehmen besser beurteilt. Das Verbrauchervertrauen stagnierte auf dem Niveau des Vormonats und befindet sich weiterhin auf den niedrigsten Stand seit Frühjahr 2013. Obwohl rein objektiv gesehen die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland so gut sind wie seit langem nicht mehr, ist die Angst, in den nächsten Monaten arbeitslos zu werden nach wie vor sehr hoch. Bei der Interpretation der Vertrauensindices ist zu beachten, dass die meisten Umfragen vor den Terroranschlägen in Paris durchgeführt wurden.

Für die nächsten Monate wird mit keiner erneuten Eintrübung der Rahmenbedingungen gerechnet. Das Wirtschaftswachstum wird dieses und nächstes Jahr circa zwei Prozent höher ausfallen als im Vorjahr und die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich von Monat zu Monat. Darüber hinaus meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA) im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von sechs Prozent bei den inländischen Auftragseingängen deutscher Hersteller.

Auch für 2016 ist mit weiter steigenden Neuzulassungen zu rechnen


Insgesamt haben sich die Pkw-Neuzulassungen 2015 positiver entwickelt als zu Jahresbeginn angenommen wurde. Die Prognose der Automobilwoche für 2015 liegt bei unveränderten 3,2 Millionen Neuzulassungen, ein Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit befindet sich das erwartete Neuzulassungsniveau nur noch 3,2 Prozent unterhalb des Durchschnitts der Vorkrisenjahre 2000 bis 2007. Auch für 2016 sind die Vorzeichen positiv. Aufgrund unverändert guter Aussichten für die allgemeinen Rahmenbedingungen und wegen eines aufgestauten Nachholbedarfs aus vergangenen Jahren, erwartet die Automobilwoche einen weiteren Anstieg um 1,3 Prozent auf 3,24 Millionen Neuzulassungen.

Die Besitzumschreibungen konnten sich mit plus 5,3 Prozent ebenfalls verbessern. Im bisherigen Jahresverlauf liegen sie 3,7 Prozent über denen der Vorjahresperiode. Damit bestätigte sich, dass die deutschen Verbraucher so stark wie schon lange nicht mehr den Wunsch haben, ihr Altfahrzeug zu ersetzen: Addiert man die Besitzumschreibungen und die privaten Neuzulassungen, so zeigt sich, dass - ausgenommen vom Jahr der Verschrottungsprämie – diese so definierte private Nachfrage in den ersten elf Monaten den höchsten Stand seit 2002 erreicht hat.

Marktführer VW rutscht leicht ins Minus

Die Entwicklung der Top zehn Marken im November brachte unterschiedliche Ergebnisse:
Marktführer VW verzeichnete ein leichtes Minus von zwei Prozent, bleibt aber mit einem Marktanteil von 21,3 Prozent deutlich auf Platz eins. Auch wenn dieser Anteil im Vergleich zu den vergangenen Novemberwerten geringer ausfällt, ist dies sicherlich noch nicht auf die Auswirkungen der aktuellen Turbulenzen um Volkswagen zurückzuführen. Die Marktanteile im November 2013 und 2014 waren die jeweils höchsten in diesen beiden Jahren. In der Monatsbetrachtung seit 2013 ist der November 2015 nicht als Ausreißer nach unten zu sehen.

Mercedes blieb mit einem Plus von 13,6 Prozent vor Audi (plus drei Prozent) auf Platz zwei. Platz vier belegte BMW mit einem Plus von 4,7 Prozent. Diese vier Marken führen auch in dieser Reihenfolge die Top zehn Rangliste im bisherigen Jahresverlauf an.

Ford erreicht das höchste Wachstum der Top zehn Marken

Mit dem außergewöhnlichen Zuwachs von 22,6 Prozent schob sich Ford auch im November vor Opel (plus 11,6 Prozent) auf Rang fünf. Im bisherigen Jahresverlauf liegt Opel aber noch knapp mit 5.600 Neuzulassungen vor Ford. Auf den Plätzen sieben bis zehn liegen die vier Importmarken Skoda, Renault, Hyundai und  Seat. Von diesen konnten Skoda und Renault das Vorjahresergebnis deutlich übertreffen, Seat war die einzige Marke neben VW, die Verluste hinnehmen musste. Nach elf Monaten bleibt Hyundai mit einem Plus von 7,3  Prozent die erfolgreichste Marke der Top zehn. Auch alle übrigen Marken liegen mit dem Novemberergebnis kumuliert im Plus.

Insgesamt konnten die Importeure ihre Neuzulassungen im November um 13 Prozent steigern. Die deutschen Premium-Marken legten um 7,6 Prozent zu, die deutschen Volumen-Marken gewannen sechs Prozent. Der Erfolg der Importeure resultiert nicht nur durch die hohen Wachstumsraten von Skoda und Renault, auch andere Marken wie Toyota (plus 23,5 Prozent), Mazda (plus 32 Prozent) und Mitsubishi (plus 46 Prozent) waren vergangenen Monat sehr erfolgreich.