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Dezember 2015

Deutscher Pkw-Markt im Dezember 2015:

Neuzulassungen bleiben zum Jahresende auf Wachstumskurs

Die Nachfrage nach neuen Pkw legt um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu und steigt im Gesamtjahr auf über 3,2 Millionen. Die Besitzumschreibungen erreichen das höchste Niveau der letzten 15 Jahre. Für 2016 wird ein weiterer Anstieg auf 3,24 Millionen Neuzulassungen erwartet.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


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Sonntag, 10. Januar 2016
 2016

Oberhausen. Im Dezember 2015 wurden 247.355 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach Ablauf des Jahres liegen die Neuzulassungen mit 3,206 Millionen um 5,6 Prozent über denen des Vorjahrs. Damit lag die Neuzulassungsentwicklung über den Erwartungen und die Nachfrage geht mit einer weiterhin positiven Grunddynamik ins neue Jahr. Bis auf 2009, dem Jahr der Verschrottungsprämie, wurde 2015 das beste Ergebnis seit neun Jahren erzielt. Der Dieselanteil blieb im Dezember mit 48 Prozent auf dem hohen Niveau der Vorjahresmonate.

Gewerbliche Zulassungen gehen über Besitzumschreibungen an Privatpersonen

Mit einem Anteil von 32,1 Prozent lagen die privaten Neuzulassungen mehr als drei Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dennoch setzte sich die langjährige Tendenz der rückläufigen Anteile von privaten Neuzulassungen im Dezember fort. Die gewerblichen Zulassungen stiegen um zehn Prozent. Im Gesamtjahr 2015 konnten die privaten Zulassungen das Vorjahresergebnis nicht ganz behaupten, die gewerblichen Zulassungen stiegen um fast neun Prozent.

Ein großer Teil der gewerblichen Zulassungen geht nach kurzer Zeit als Besitzumschreibung in Privatbesitz über. Diese Besitzumschreibungen konnten sich im Dezember mit plus 4,2 Prozent ebenfalls verbessern. Im Gesamtjahr stiegen sie um 3,7 Prozent und erreichten das höchste Ergebnis seit dem Jahr 2000. Damit bestätigte sich, dass die deutschen Verbraucher so stark wie schon lange nicht mehr den Wunsch haben, ihr Altfahrzeug zu ersetzen: Addiert man die Besitzumschreibungen und die privaten Neuzulassungen, so zeigt sich, dass diese so definierte private Nachfrage im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit 2002 erreicht hat.

Auch für 2016 ist mit weiter steigenden Neuzulassungen zu rechnen

Für die nächsten Monate wird mit keiner erneuten Eintrübung der Rahmenbedingungen gerechnet. Das Wirtschaftswachstum wird auch dieses Jahr circa zwei Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. Darüber hinaus meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA) ein Plus von sieben Prozent bei den inländischen Auftragseingängen deutscher Hersteller im vergangenen Jahr, allein im Dezember betrug die Zunahme 15 Prozent.

Insgesamt haben sich die Pkw-Neuzulassungen 2015 positiver entwickelt als zu Jahresbeginn angenommen wurde. Mit über 3,2 Millionen Neuzulassungen befindet sich das Neuzulassungsniveau nur noch drei Prozent unterhalb des Durchschnitts der Vorkrisenjahre 2000 bis 2007. Auch für 2016 sind die Vorzeichen positiv. Aufgrund unverändert guter Aussichten für die allgemeinen Rahmenbedingungen und wegen eines aufgestauten Nachholbedarfs aus vergangenen Jahren erwartet die Automobilwoche einen weiteren Anstieg auf 3,24 Millionen Neuzulassungencht im Dezember das höchste Wachstum der Top zehn Marken

Die Entwicklung der Top zehn Marken im Dezember brachte unterschiedliche Ergebnisse:
Marktführer VW verzeichnete nach dem Rückgang im November ein Plus von 2,5 Prozent und bleibt mit einem Marktanteil von 20,6 Prozent deutlich auf Platz eins. Auch wenn dieser Anteil im Vergleich zu den vergangenen Dezemberwerten geringer ausfällt, ist dies sicherlich noch nicht auf die Auswirkungen der aktuellen Turbulenzen um Volkswagen zurückzuführen. Auch in der Monatsbetrachtung seit 2013 ist der Dezember 2015 nicht als Ausreißer nach unten zu sehen.
BMW konnte sich mit einem Plus von überdurchschnittlichen 13 Prozent im vergangenen Monat vor Mercedes auf Platz zwei schieben. Überraschend erreichten Ford (plus 24,6 Prozent) und Opel (plus 15 Prozent) die Plätze vier und fünf. Damit lagen beide Hersteller vor Audi mit minus sechs Prozent. Auf den Plätzen sieben bis zehn befanden sich die Importmarken Skoda, Renault, Hyundai und Seat. Dabei erreichten sowohl Renault mit plus 36 Prozent und als auch Hyundai mit plus 24 Prozent höhere Zuwächse als der Gesamtmarkt.

Ford und Hyundai schließen 2015 mit stärkstem Wachstum ab

Im abgelaufenen Gesamtjahr liegt VW natürlich an der Spitze der Herstellerrangliste. Mit 21,4 Prozent Marktanteil liegt die Marke deutlich vor Mercedes (8,9 Prozent). Dies ist eine Differenz von fast 400.000 Neuzulassungen. Dahinter wird es allerdings enger: Auf Platz drei folgt Audi (8,4 Prozent Marktanteil) vor BMW (7,8 Prozent).

Auf Platz fünf liegt Opel, wie in den vergangenen Jahren vor Ford. Allerdings war der Abstand mit weniger als 5000 Neuzulassungen noch nie so knapp. Ford ist eine der beiden Top zehn Marken, die das vergangene Jahr mit einem überdurchschnittlichen Wachstum abschließen konnten. Das Plus von 7,4 Prozent wird nur noch von Hyundai mit 8,6 Prozent übertroffen. Trotz dieses Wachstums mussten die Koreaner sich im Gesamtjahr von Renault geschlagen geben. Beide Importeure trennten nach zwölf Monaten allerdings nur 1600 Neuzulassungen.

Insgesamt konnten die Importeure ihre Neuzulassungen im Dezember um 9,4 Prozent steigern. Die deutschen Premium-Marken legten nur um 3,7 Prozent zu, die deutschen Volumen-Marken gewannen knapp neun Prozent. Der Erfolg der Importeure resultierte nicht nur durch die hohen Wachstumsraten von Renault und Hyundai, auch andere Marken wie Kia (plus 15,3 Prozent), Mazda (plus 31 Prozent) und Volvo (plus 24 Prozent) waren vergangenen Monat sehr erfolgreich.

Im Gesamtjahr verzeichneten die deutschen Volumen-Marken mit plus 6,3 Prozent das stärkste Wachstum. Die deutschen Premium-Marken erreichten plus 5,4 Prozent, die Importeure plus 4,9 Prozent.