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Januar 2016

Deutscher Pkw-Markt im Januar 2016:

Neuzulassungen starten gut ins neue Jahr

Die Nachfrage nach neuen Pkw legt um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu und erreicht das beste Januar-Ergebnis seit 2008. VW verliert fast neun Prozent.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


Grafik 1 von 11
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Dienstag, 02. Februar 2016
 


Oberhausen. Im Januar 2016 wurden 218.365 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit übertrafen die Neuzulassungen die Erwartungen und starteten mit dem besten Januar-Ergebnis seit 2008 ins neue Jahr. Der Dieselanteil blieb im Januar mit 48,7 Prozent leicht unter dem Niveau der Vorjahresmonate.

Der Anteil der offiziellen privaten Zulassungen nimmt weiter ab

Zwar stiegen die privaten Zulassungen auch leicht um 1,5 Prozent, mit einem Anteil von unter 31 Prozent setzten sie aber auch im Januar die langjährige Tendenz der rückläufigen Anteile fort. Die gewerblichen Zulassungen stiegen um mehr als vier Prozent.

Ein großer Teil der gewerblichen Zulassungen geht nach kurzer Zeit als Besitzumschreibung in Privatbesitz über. Diese Besitzumschreibungen gingen im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um zwei Prozent zurück.
 

Frühindikatoren entwickeln sich leicht negativ

Die Frühindikatoren zeugen zum Jahresanfang nicht von steigendem Optimismus, weder in der Industrie noch beim Verbraucher. Der Ifo-Index war rückläufig, sowohl was die aktuelle Lage als auch was die Erwartungen angeht. Beide Komponenten liegen aber noch deutlich oberhalb des langjährigen Mittelwerts. Die von der EU Kommission veröffentlichten Vertrauensindices zeigen ebenfalls eine leicht negative Entwicklung. Das Verbrauchervertrauen ist auf das Niveau von Anfang 2013 zurückgefallen, dabei sind die Erwartungen für die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und die Angst vor Arbeitslosigkeit am negativsten ausgeprägt.  
 

Auch für 2016 ist mit weiter steigenden Neuzulassungen zu rechnen

Für die nächsten Monate wird mit keiner Eintrübung der objektiven Rahmenbedingungen gerechnet. Das Wirtschaftswachstum wird auch dieses Jahr circa zwei Prozent höher ausfallen als im Vorjahr und die Situation auf dem Arbeitsmarkt sieht weiterhin gut aus. Allerdings ist aufgrund steigender geo- und innenpolitischer Risiken die Gefahr einer zunehmenden Verunsicherung gegeben. Somit bleibt die Prognose der Automobilwoche von 3,24 Millionen Neuzulassungen (plus 1,1 Prozent) trotz des überraschend guten Jahresauftakts erst einmal unverändert. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat für Januar ein Minus von acht Prozent bei den inländischen Auftragseingängen deutscher Hersteller gemeldet. Dies ist zwar aufgrund des hohen Vorjahreswertes nur bedingt aussagefähig, zeigt aber, dass eine gewisse Vorsicht bei der Einschätzung des starken Januarergebnisses angebracht ist.
 

VW verliert stark, Audi mit höchsten Zuwächsen

Die Entwicklung der Top zehn Marken im Januar brachte unterschiedliche Ergebnisse:

Marktführer VW verzeichnete einen deutlichen Rückgang von 8,8 Prozent, bleibt aber natürlich mit einem Marktanteil von 21,6 Prozent unangefochten an der Spitze. Die höchsten Gewinne erzielte Audi mit plus 22,5 Prozent und schob sich mit einem Marktanteil von zehn Prozent auf Platz zwei. 

Auf den Plätzen drei und vier folgen Mercedes und BMW. Dahinter erreichten Opel (plus 21,9 Prozent) und Ford (plus 19,2 Prozent) zweistellige Zuwächse. Auf den Plätzen sieben bis zehn befinden sich die Importmarken Skoda, Renault, Seat und Hyundai. Von diesen vier Marken konnte nur Hyundai seine Neuzulassungen steigern, dennoch platzierte sich Seat vor der koreanischen Marke, allerdings mit gerade sieben Neuzulassungen mehr.
 

Kleinere Importeure sind sehr erfolgreich

Insgesamt konnten die Importeure ihre Neuzulassungen im Januar um über vier Prozent steigern. Die deutschen Premium-Marken legten um mehr als sieben Prozent zu, die deutschen Volumen-Marken verfehlten insgesamt aufgrund der Schwäche von VW das Vorjahresergebnis knapp.

Der Erfolg der Importeure resultierte nicht nur aus dem Zuwachs von Hyundai. Andere, kleinere Marken wie Honda (plus 81 Prozent), Mazda (plus 20 Prozent), Land Rover (plus 47 Prozent) und Mitsubishi (plus 22 Prozent) waren vergangenen Monat nicht nur bezüglich der Wachstumsrate erfolgreicher als Hyundai, sondern trugen auch jeweils volumenmäßig mehr zur gesamten Entwicklung der Importeure bei.