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Februar 2016

Deutscher Pkw-Markt im Februar 2016:

Nachfrage übertrifft Erwartungen

Die Neuzulassungen steigen um über zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und erreichen das zweitbeste Februar-Ergebnis seit 16 Jahren. Die Nachfrage nach Gebrauchtwagen steigt um mehr als acht Prozent.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


Grafik 1 von 13
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Freitag, 04. März 2016
 


Oberhausen. Im Februar 2016 wurden 250.302 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit übertrafen die Neuzulassungen auch die optimistischsten Erwartungen und erzielten mit Ausnahme von 2009 – dem Jahr der Verschrottungsprämie – das beste Februar-Ergebnis seit dem Jahr 2000. Der Dieselanteil blieb im Februar mit 47,2 Prozent nur leicht unter dem Niveau der Vorjahresmonate.

Der Anteil der offiziellen privaten Zulassungen nimmt weiter ab


Die privaten Zulassungen stiegen zwar auch deutlich um knapp neun Prozent, mit einem Anteil von circa 32 Prozent setzten sie aber auch im Februar die langjährige Tendenz der rückläufigen Anteile fort. Die gewerblichen Zulassungen stiegen um fast 14 Prozent.

Ein großer Teil der gewerblichen Zulassungen geht nach kurzer Zeit als Besitzumschreibung in Privatbesitz über. Diese Besitzumschreibungen stiegen im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,2 Prozent und erreichten den höchsten Februar-Wert seit 2000.

Frühindikatoren entwickeln sich deutlich negativ, Verunsicherung nimmt zu

Die Frühindikatoren zeigten im Februar deutlich negative Tendenzen. Beim Ifo Geschäftsklima-Index lag die Beurteilung der aktuellen Lage zwar leicht oberhalb des Vormonats, die Geschäftserwartungen waren aber zum dritten Mal in Folge mit zunehmender Dynamik rückläufig. Die von der EU Kommission veröffentlichten Vertrauensindices zeigten ebenfalls eine eindeutig negative Entwicklung. Das Verbrauchervertrauen ist auf das Niveau von Anfang 2013 zurückgefallen, dabei sind die Erwartungen für die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und die Angst vor Arbeitslosigkeit am negativsten ausgeprägt. Ähnlich wie beim IFO-Index ist auch hier eine starke negative Dynamik zu beobachten.
   
Auch für 2016 ist mit weiter steigenden Neuzulassungen zu rechnen

Für die nächsten Monate wird mit keiner Eintrübung der objektiven Rahmenbedingungen gerechnet. Das Wirtschaftswachstum wird auch dieses Jahr circa zwei Prozent höher ausfallen als im Vorjahr und die Situation auf dem Arbeitsmarkt sieht weiterhin gut aus. Allerdings ist aufgrund steigender geo- und innenpolitischer Risiken die Gefahr einer zunehmenden Verunsicherung gegeben. Insbesondere die Polarisierung der Gesellschaft im Rahmen der Flüchtlingsdiskussion sorgt für zunehmende Unzufriedenheit und Ängste bei einem großen Teil der Bevölkerung. Es ist nicht auszuschließen, dass sich diese Verunsicherung auch auf das Kaufverhalten auswirken wird.

Aufgrund der guten Entwicklung der letzten Monate aber auch unter Berücksichtigung möglicher negativer Effekte im weiteren Jahresverlauf hat die Automobilwoche ihre Prognose leicht auf 3,28 Millionen Neuzulassungen (plus 2,3 Prozent gegenüber 2015) erhöht. Sollte es gelingen, die vorhandenen Risiken auszuschalten und die steigende Verunsicherung erfolgreich zu bekämpfen, ist eine Steigerung der Pkw-Nachfrage auf deutlich über 3,3 Millionen Neuzulassungen möglich. Noch sind die Vorzeichen positiv: Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat für Februar ein Plus von 20 Prozent bei den inländischen Auftragseingängen deutscher Hersteller gemeldet. Nach zwei Monaten liegen sie sechs Prozent über denen des Vorjahreszeitraums.

Alle Top zehn Marken übertreffen ihr Vorjahresergebnis


Marktführer VW konnte die hohen Marktanteile des Vorjahres nicht bestätigen und legte nur unterdurchschnittliche 4,3 Prozent zu. Der Marktanteil von knapp 21 Prozent ist aber immer noch mehr als doppelt so hoch wie der von Audi auf Platz zwei. Die Ingolstädter erreichten ein Plus von 14,5 Prozent. Auf Platz drei und vier liegen die beiden weiteren Premium-Marken Mercedes (plus 23,3 Prozent) und BMW (plus acht Prozent).

Das stärkste Wachstum aller Top zehn Marken erreichte Opel mit plus 28 Prozent und kam mit deutlichem Vorsprung vor Ford (plus 16 Prozent) auf Platz fünf.

Auf den Plätzen sieben bis zehn befinden sich die Importmarken Skoda, Renault, Hyundai und Nissan. Auch diese vier Marken lagen alle im Plus, aber nur Renault konnte mit einem Zuwachs von knapp 22 Prozent stärker zulegen als der Gesamtmarkt. Nissan konnte sich mit plus zehn Prozent unter die Top zehn schieben, da Seat mit fast minus elf Prozent im Februar nur auf Platz elf landete.

Nach zwei Monaten liegen mit VW und Seat nur zwei Marken unterhalb ihrer Neuzulassungen der Vorjahresperiode. 

Deutsche Premium-Marken wachsen am stärksten

Insgesamt konnten die Importeure ihre Neuzulassungen im Februar in ähnlicher Größenordnung wie der Gesamtmarkt steigern. Die deutschen Premium-Marken erzielten mit über 14 Prozent das stärkste Wachstum. Die deutschen Volumen-Marken insgesamt konnten sich aufgrund der Schwäche von VW mit plus 10,6 Prozent nur unterdurchschnittlich verbessern.