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Mai 2016

Deutscher Pkw-Markt im Mai 2016:

Zulassungen wachsen zweistellig

Die Nachfrage nach neuen Pkw stieg im Mai um fast zwölf Prozent. Dieselanteil ist leicht rückläufig, VW lässt weniger Pkw zu, Opel kann BMW überholen. Privatmarkt wächst stärker als die gewerblichen Zulassungen.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


Grafik 1 von 13
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Dienstag, 03. Mai 2016
 


Oberhausen. Im Mai 2016 wurden 286.931 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wobei der Mai dieses Jahr einen Arbeitstag mehr hatte als im Jahr 2015. Im gesamten bisherigen Jahresverlauf wurden 6,8 Prozent mehr Neuzulassungen verzeichnet als im Vorjahreszeitraum. Der Dieselanteil blieb im Mai wiederum leicht unter dem Niveau der Vorjahresmonate.

Private Zulassungen mit starkem Wachstum

Die privaten Zulassungen stiegen um fast 13 Prozent und somit etwas stärker als die gewerblichen Neuzulassungen, die 11,3 Prozent zulegten. Mit 37,4 Prozent erreichte der Privatmarkt einen leicht höheren Anteil als in den entsprechenden Monaten der vergangenen beiden Jahre.

Dennoch läuft weiterhin ein großer Teil der privaten Nachfrage über gewerbliche Zulassungen, die nach kurzer Zeit als Besitzumschreibung in Privatbesitz übergehen und damit die steigende Nachfrage der Verbraucher nach jungen Gebrauchtwagen bedienen. Die Besitzumschreibungen stiegen im Mai um 5,5 Prozent und befinden sich nach fünf Monaten auf dem höchsten Niveau seit 2001.

Frühindikatoren bleiben weiter positiv

Nachdem die Frühindikatoren zum Jahresanfang deutliche negative Tendenzen aufwiesen, kam es in den vergangenen Monaten zuerst zu einer Stabilisierung und nun einer weiteren leichten Erholung. Der Ifo Geschäftsklima-­Gesamtindex stieg im Mai wieder an, wobei sich die Geschäftserwartungen besser entwickelten als die Einschätzung der aktuellen Lage. Die von der EU Kommission veröffentlichten Vertrauensindices zeigten ebenfalls wieder deutlichere Erholungstendenzen, sowohl beim Verbrauchervertrauen als auch beim Vertrauensindex der Industrie. Auch wenn sich die Befürchtungen einer deutlichen Abkühlung bei den Vertrauensindices nicht bewahrheitet haben, befinden diese sich weiterhin auf einem relativ niedrigen Niveau.

2016 werden die Neuzulassungen weiter steigen

Für die nächsten Monate wird mit keiner Eintrübung der objektiven Rahmenbedingungen gerechnet. Das Wirtschaftswachstum wird sich auch dieses Jahr ähnlich stark entwickeln wie 2015 und die Situation auf dem Arbeitsmarkt sieht weiterhin gut aus. Auswirkungen auf das Kaufverhalten aufgrund steigender geo­ und innenpolitischer Risiken sind im Moment nicht absehbar.

Aufgrund der guten Entwicklung der letzten Monate hat die Automobilwoche ihre Prognose leicht auf 3,34 Millionen Neuzulassungen (plus 4,2 Prozent gegenüber 2015) erhöht. Sollte es gelingen, die immer noch vorhandene Verunsicherung erfolgreich zu bekämpfen, ist eine Steigerung der Pkw-­Nachfrage über diese Prognose hinaus möglich.

VW verfehlt Vorjahresergebnis

Im sehr dynamisch wachsenden Gesamtmarkt konnten fast alle Hersteller ihr Vorjahresergebnis übertreffen. Lediglich Marktführer VW lag leicht im Minus und ließ etwas weniger Pkw zu als im vergangenen Jahr. Audi eroberte sich mit plus 27 Prozent wieder Platz zwei von Mercedes (plus 5,6 Prozent) zurück.

Opel gelang mit plus 25,9 Prozent überraschend der Sprung auf Platz vier und lag um gut 100 Neuzulassungen vor BMW. Nach fünf Monaten liegt allerdings BMW weiterhin deutlich vor Opel. Ford erreichte mit plus 13,9 Prozent ebenfalls ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis und behauptete klar Platz sechs.

Auf den Plätzen sieben bis zehn befinden sich die Importmarken Skoda, Renault, Hyundai und Seat. Renault konnte mit plus 38 Prozent das höchste Wachstum aller Top zehn Marken erreichen. Die drei übrigen Importmarken konnten sich zwar ebenfalls gegenüber dem Vorjahresergebnis verbessern, blieben mit ihren Wachstumsraten allerdings unterhalb der des Gesamtmarktes.
Nach fünf Monaten ist VW die einzige Top zehn Marke mit einer negativen Entwicklung. Die positivste Entwicklung weist Audi mit plus 15,8 Prozent auf, gefolgt von Opel (plus 14,8 Prozent) und Renault mit 11,5 Prozent.

Deutsche Premium-­Marken wachsen weiter sehr stark

Die deutschen Premium­-Marken bestätigten auch im Mai ihre bisherige positive Entwicklung. Sie steigerten ihre Neuzulassungen um 15,5 Prozent. Die schwächsten Zuwächse verzeichneten die deutschen Volumen-­Marken (plus 7,2 Prozent). Die momentane Schwäche von VW kann nicht vollständig durch Ford und Opel kompensiert werden. So kamen die deutschen Volumen-­Marken in Summe auf einen Marktanteil von 34,7 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf liegt ihr Marktanteil bei 35,8 Prozent. Damit konnten die Importmarken an ihnen vorbeiziehen. Deren Anteil lag im Mai bei 37,6 Prozent, nach fünf Monaten haben sie mit 35,9 Prozent Marktanteil ebenfalls einen leichten Vorsprung.