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August 2016

Deutscher Pkw-Markt im August 2016:

Neuzulassungen deutlich im Plus

Wachsende Nachfrage und zwei Arbeitstage mehr lassen die Neuzulassungen um über acht Prozent ansteigen. VW erreicht die stärksten Zuwächse der Top zehn Marken.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


Grafik 1 von 13
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Freitag, 02. September 2016
 


Oberhausen. Im August 2016 wurden 245.076 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Unter Berücksichtigung von zwei zusätzlichen Arbeitstagen ist dies das erwartete Ergebnis. Nach acht Monaten liegen die Neuzulassungen mit 5,7 Prozent im Plus. Die bisher erreichten 2,258 Millionen Neuzulassungen sind – ausgenommen von 2009, dem Jahr der Verschrottungsprämie – das beste Zwischenergebnis seit 15 Jahren. Der Marktanteil der Diesel-Zulassungen lag mit 45,3 Prozent leicht unterhalb der Vorjahresmonate, ohne dass man bisher von einem signifikanten Rückgang sprechen kann.

Private Neuzulassungen steigen stärker als die gewerblichen

Die direkten privaten Zulassungen stiegen um 18,7 Prozent, die gewerblichen Neuzulassungen lagen um knapp drei Prozent über dem Vorjahresmonat. Mit gut 38 Prozent erreichte der Privatmarkt zum vierten Mal in Folge einen höheren Anteil als im entsprechenden Vorjahresmonat. Auch im bisherigen Jahresverlauf liegt der Anteil der offiziellen privaten Zulassungen nun leicht über dem der ersten acht Monate 2015.
Obwohl der Anteil der offiziellen privaten Zulassungen seit einigen Monaten nicht mehr rückläufig ist, wird weiterhin ein großer Teil der privaten Nachfrage über gewerbliche Zulassungen und anschließenden Besitzumschreibungen bedient. Die höhere Zahl an Arbeitstagen beeinflusste die Besitzumschreibungen etwas stärker als die Neuzulassungen. Sie stiegen im August um 9,1 Prozent und erreichten den höchsten Augustwert seit der Wiedervereinigung. Nach acht Monaten liegen sie mit knapp fünf Millionen auch leicht oberhalb des äußerst hohen Vorjahresniveaus.

Brexit belastet Frühindikatoren leicht

Nachdem die Frühindikatoren im ersten Halbjahr auf Erholungskurs waren, macht sich die Entscheidung Großbritanniens für einen Brexit negativ bemerkbar. Die Effekte waren aber auch im August in Deutschland nicht so stark wie teilweise befürchtet worden war. Der Ifo-Geschäftsklima-Gesamtindex ging allerdings relativ deutlich zurück. Beide Komponenten, die Geschäftserwartungen und die Einschätzung der gegenwärtigen Lage verschlechterten sich gegenüber dem Vormonat.

Die von der EU-Kommission veröffentlichten Vertrauensindices zeigten im August zwar ebenfalls eine leicht rückläufige Entwicklung. Das Niveau sowohl des Verbrauchervertrauens als auch das des Vertrauensindex der Industrie deutet aber noch lange nicht auf eine beginnende Krise hin.

Prognose für 2016 bleibt bei 3,365 Millionen Neuzulassungen


Für die nächsten Monate wird mit keiner Eintrübung der objektiven Rahmenbedingungen gerechnet. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt sieht weiterhin sehr gut aus, Auswirkungen auf das Kaufverhalten aufgrund geo- und innenpolitischer Risiken sind im Moment nicht absehbar. Ebenso sind für dieses Jahr noch keine Effekte aufgrund des beschlossenen Austritts Großbritanniens auf die Pkw-Nachfrage in Deutschland unterstellt.

Für das Gesamtjahr erwartet die Automobilwoche weiterhin einen Anstieg der Neuzulassungen auf 3,365 Millionen Neuzulassungen (plus fünf Prozent gegenüber 2015). Für die verbleibenden vier Monate bedeutet dies ein moderates Wachstum von 3,4 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum Eine Steigerung der Pkw-Nachfrage über diese Prognose hinaus ist bei weiterhin günstigen Rahmenbedingungen durchaus möglich.

VW mit plus 16 Prozent gegenüber Vorjahr

Im stark wachsenden Gesamtmarkt gab es im August sehr unterschiedliche Entwicklungen bei den Top zehn Marken. Sie reichten von plus 16 Prozent bis minus zwölf Prozent. An führender Position, mit einem Marktanteil von knapp 20 Prozent, behauptete sich natürlich VW. Im Gegensatz zu den vergangenen Monaten konnte die Marke allerdings ein außergewöhnlich hohes Plus von über 16 Prozent verzeichnen. Das Minus im bisherigen Jahresverlauf ist damit auf 1,4 Prozent geschrumpft.

Mercedes erreichte plus zehn Prozent und verdrängte Audi wieder von Platz zwei. Nach acht Monaten trennen die beiden Marken gerade einmal 2.000 Neuzulassungen.

BMW konnte trotz eines Rückgangs von 4,5 Prozent den vierten Platz knapp von Ford zurückerobern. Beide Marken lagen im August nur 111 Neuzulassungen auseinander.

Opel verlor im August über drei Prozent und kam hinter Ford auf Platz sechs. Für den weiteren Jahresverlauf bahnt sich auch hier ein Kopf an Kopf Rennen an: Nach acht Monaten hat Opel nur noch einen Vorsprung von 2.000 Neuzulassungen.

Auf den Plätzen sieben bis zehn befinden sich die Importmarken Skoda, Hyundai, Seat und Renault. Letztere mussten vergangenen Monat Verluste von über zwölf Prozent hinnehmen und belegte lediglich Platz zehn. Allerdings gehört Renault nach acht Monaten mit plus 10,8 Prozent weiterhin zu den Gewinnern der Top zehn Marken.

Deutsche Volumen-Marken insgesamt mit stärkstem Wachstum

Mit plus 9,4 Prozent waren die deutschen Volumen-Marken am Gesamtmarktwachstum im August am stärksten beteiligt. Die Import-Marken kamen auf plus 8,5 Prozent, die deutschen Premium-Marken wuchsen um unterdurchschnittliche 6,6 Prozent.

Der bisherige Jahresverlauf zeigt die Premium-Marken als eindeutige Gewinner. Mit plus 8,5 Prozent schneiden sie nach acht Monaten deutlich besser ab als die deutschen Volumen-Marken (plus 2,5 Prozent) und auch als die Importeure, die in Summe auf ein Plus von 6,9 Prozent und einen Marktanteil von 36,4 Prozent kommen.