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Deutscher Pkw-Markt im November 2014

Deutscher Pkw-Markt im November 2014:

Neuzulassungen bleiben leicht unter Vorjahresniveau

Ford weist wieder die stärksten Verluste unter den großen Herstellern auf. Gesamtmarktprognose für 2015 sieht moderates Wachstum von zwei Prozent nach plus 2,6 Prozent in diesem Jahr.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


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Dienstag, 03. November 2014  

Oberhausen. Im November 2014 wurden in Deutschland 250.082 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Minus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit lag das Ergebnis leicht unter den Erwartungen. Verglichen mit der Vorjahresperiode weisen die ersten elf Monate 2,6 Prozent mehr Neuzulassungen aus. Die privaten Neuzulassungen gingen gegenüber dem Vorjahresmonat um über neun Prozent zurück und erreichten einen Anteil von 32,7 Prozent, der niedrigste Wert in einem November seit über 20 Jahren. Auch volumenmäßig war es das schlechteste Ergebnis seit 1993. Die privaten Neuzulassungen lagen letzten Monat um 35 Prozent unterhalb des langjährigen November-Durchschnitts.  

Ganz anders verhielten sich die gewerblichen Zulassungen. Sie stiegen im November um mehr als zwei Prozent, kumuliert beträgt das Plus nach elf Monaten 5,6 Prozent. Dabei hat sich die Vermutung bestätigt, dass der Oktober überzeichnet war, da ab 1. November alle neu zugelassenen Pkw mit dem Stabilitäts-programm ESP und dem Reifendruckkontrollsystem RDKS ausgestattet sein mussten. Dadurch kam es insbesondere zu erheblich überzeichneten Händlerzulassungen. Diese stiegen im Oktober um über 13 Prozent, nachdem sie in den ersten neun Monaten fast zwei Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums gelegen hatten. Diese zusätzlichen Zulassungen im Oktober führten aber auch zu negativen Effekten im abgelaufenen Monat. Somit sind die beiden vergangenen Monate in Summe zu sehen und dabei liegen sie in etwa auf dem erwarteten Niveau.

Generell folgt die Pkw-Nachfrage in Deutschland den aktuellen Vertrauensindizes: Die optimistische Stimmung des ersten Halbjahres ist zwar verflogen, aber es gibt keinen Grund, einen neuen Einbruch vorherzusagen. Die Vertrauensindices der Verbraucher und der Industrie zeigen wenig Veränderung. Ein weiterer Frühindikator, der IFO-Geschäftsklimaindex, ist zum ersten Mal nach sechs Monaten wieder leicht gestiegen. Insgesamt deutet alles auf eine Fortsetzung der aktuellen, leicht positiven Dynamik hin. Somit werden für die nächsten Monate keine größeren Überraschungen erwartet. Der Dezember sollte von der höheren Anzahl an Arbeitstagen profitieren und etwas stärker abschließen als der Vorjahrsmonat. Daraus resultiert für das Gesamtjahr eine Prognose von zirka 3,03 Millionen Neuzulassungen, ein Plus von 2,6 Prozent.

Uneinheitliche Entwicklung der Top-Marken

Für 2015 sind keine signifikanten Veränderungen zu sehen. Das Wirtschaftswachstum wird in etwa das diesjährige Niveau erreichen und auch bei der Arbeitslosenquote wird mit keinen größeren Über- raschungen gerechnet. Unter diesen Voraussetzungen sollten sich die Pkw-Neuzulassungen 2015 um moderate zwei Prozent erhöhen und ein Volumen von 3,09 Millionen erreichen. Auch dann liegen sie immer noch 6,5 Prozent unterhalb des Neuzulassungsdurchschnitts der Vorkrisenjahre 2000 bis 2007.

Die Besitzumschreibungen lagen im November knapp unter denen des Vorjahresmonats. Für die Bilanz der ersten elf Monate bedeutet das zwar ein Minus von einem Prozent, allerdings muss hierbei das außergewöhnlich hohe Niveau des Vorjahres beachtet werden. Weiterhin stehen die Gebrauchtwagen auch aufgrund eines erhöhten Angebots in verstärktem Wettbewerb zu neuen Pkw.

Die Entwicklung der Top zehn Marken im November war uneinheitlich: Marktführer VW verzeichnete ein Minus von 2,6 Prozent und liegt nach elf Monaten etwas geringer im Plus als der Gesamtmarkt, knackte aber im November die Marke von 600.000 Pkw. Mercedes auf Rang zwei konnte wiederum ein Plus verbuchen, liegt aber nach elf Monaten insgesamt noch mit knapp drei Prozent im Minus.

Trotz Verlusten von vier Prozent behauptete Audi im November Platz drei vor BMW, die knapp zwei Prozent zulegen konnten.

Auf Platz fünf landete Opel, mit 868 mehr verkauften Pkw als Ford, die mit fast neun Prozent die höchsten Verluste der Top zehn Marken hinnehmen mussten. Im bisherigen Jahresverlauf  liegt Opel ebenfalls vor Ford, beide mit einem mehr als doppelt so hohem Plus wie der Gesamtmarkt.

Auf den Plätzen sieben bis zehn liegen die vier Importmarken Skoda, Renault Hyundai und Seat. Von diesen Marken erreichte Hyundai im November den höchsten Zuwachs mit fast vier Prozent, nach elf Monaten weisen aber Skoda und Seat mit jeweils zirka plus elf Prozent das stärkste kumulierte Wachstum der zehn volumenstärksten Marken auf.

Die Rangfolge der Top zehn Marken wie sie für November vorliegt wird auch die Rangfolge sein, die für das Gesamtjahr gelten wird.