Ein Service von: www.automobilwoche.de
Suche

Veröffentlichungsdatum:

Kategorien
Informationen
Januar 2017

Deutscher Pkw-Markt im Januar 2017:

Starker Start ins neue Jahr

Im Januar stiegen die Neuzulassungen um über zehn Prozent und erreichten den höchsten Stand seit 15 Jahren. Private Nachfrage bleibt auch zu Jahresbeginn sehr hoch.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


Grafik 1 von 13
Hier geht es zum PDF mit allen Grafiken.


Freitag, 03. Februar 2017
 


Oberhausen. Im Januar 2017 wurden 241.399 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, bei zwei zusätzlichen Arbeitstagen. Damit wurde das beste Neuzulassungsergebnis in einem Januar seit 15 Jahren verzeichnet. 

Die Diesel-Zulassungen stiegen um 2,4 Prozent und ihr Anteil von 45,1 Prozent war etwas höher als in den vergangenen Monaten. Allerdings ist der Januar traditionell ein starker Dieselmonat, sodass nur der Vergleich zu den vergangenen Januarwerten aussagefähig ist. Dabei zeigt sich, dass der aktuelle Marktanteil zirka fünf Prozentpunkte niedriger ausfällt.

Private Zulassungen steigen weiter überproportional

Die direkten privaten Zulassungen stiegen im Januar um über 13,5 Prozent, die gewerblichen Neuzulassungen erhöhten sich um gut neun Prozent. Mit 31,5 Prozent erreichte der Privatmarkt zum wiederholten Male einen höheren Anteil als im entsprechenden Vorjahresmonat und lieferte einen größeren Beitrag an der gesamten Zulassungsentwicklung als die gewerbliche Nachfrage. Etwas schwächer als die Neuzulassungen, allerdings auf einem sehr hohen Niveau entwickelten sich die Besitzumschreibungen mit einem Plus von 2,9 Prozent.

Deutsche bleiben optimistisch


Trotz Brexit-Votum und trotz des neuen US-Präsidenten blilcken die Deutschen mehrheitlich mit Zuversicht auf die kommenden Monate. Der von der EU veröffentlichte Verbrauchervertrauensindex zeigt seit fünf Monaten eine kontinuierliche Entwicklung nach oben. Auch das Vertrauen der Industrie ist nach wie vor sehr gut.

Zwar verzeichnete der IFO-Index aufgrund gedämpfter Erwartungen einen leichten Rückgang, das Niveau ist aber immer noch deutlich über dem der vergangenen Jahre. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage ist sogar so gut wie sie seit Anfang 2012 nicht mehr war.

Für 2017 ist mit leicht steigender Pkw-Nachfrage zu rechnen

Für die nächsten Monate wird mit keiner Eintrübung der objektiven Rahmenbedingungen gerechnet. Auswirkungen auf das Kaufverhalten aufgrund geo- und innenpolitischer Risiken sind im Moment nicht absehbar. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet die Automobilwoche einen Anstieg der Neuzulassungen auf mindestens 3,4 Millionen Neuzulassungen (plus 1,4 Prozent gegenüber 2016). Der Gründe für den erwarteten Anstieg – trotz des erreichten hohen Niveaus - liegen in den relativ guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und in den hohen Neuzulassungen von 2009: Die dort im Rahmen der Verschrottungsprämie zusätzlich zugelassenen Pkw werden in 2017 auch bei den Neuzulassungen für zusätzliche Impulse sorgen, da diese Fahrzeuge allmählich ersetzt werden.

VW wieder mit leichtem Plus

Im stark steigenden Gesamtmarkt gab es im Januar bei den Top zehn Marken nur eine Marke, die ihr Vorjahresergebnis verfehlte. Weiterhin eindeutig auf Platz eins liegt Marktführer VW. Nach deutlichen Verlusten im Dezember konnte die Marke vergangenen Monat wieder einen - wenn auch unterdurchschnittlichen - Zuwachs verzeichnen. Plus fünf Prozent bedeuten einen Marktanteil von 20,5 Prozent, den höchsten seit Februar vergangenen Jahres. Allerdings ist der Marktanteil von VW in einem Januar immer ausgesprochen hoch. Verglichen mit den Januarwerten der zurückliegenden Jahre waren die Anteile vergangenen Monat die niedrigsten seit 2009.

Die Plätze zwei bis vier machten die drei deutschen Premium-Marken Mercedes, Audi und BMW unter sich aus. Mercedes (plus 20 Prozent) und BMW (plus 19 Prozent) konnten deutlich zulegen. Audi dagegen konnte das Neuzulassungsergebnis des Vorjahresmonats nicht ganz bestätigen. Auf den Plätzen fünf und sechs folgten Opel vor Ford. Beide Marken mussten sich mit sehr unterdurchschnittlichen Zuwächsen von 4,5 Prozent beziehungsweise sechs Prozent zufrieden geben.

Importeure bleiben auf der Erfolgsspur

Auf den Plätzen sieben bis zehn lagen im Januar die vier Importmarken Skoda, Renault, Hyundai und Seat. Alle vier Marken konnten prozentual stärker zulegen als der Gesamtmarkt. Skoda und Renault waren die Gewinner unter den Top zehn Marken. Beide konnten ihre Neuzulassungen um mehr als ein Viertel steigern.
Nach einem sehr guten vergangenen Jahr starteten die Importeure insgesamt auch erfolgreich ins neue Jahr. Mit plus 14,7 Prozent waren ihre Zuwächse deutlich größer als die ihrer deutschen Wettbewerber. Die deutschen Premium-Marken konnten immerhin noch gut zwölf Prozent hinzugewinnen, die Volumen- Marken lagen 5,5 Prozent im Plus.