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März 2017

Deutscher Pkw-Markt im März 2017:

Frühjahrsbelebung

Zwei Arbeitstage mehr und gute Stimmung lassen die Neuzulassungen im März um 11,4 Prozent ansteigen. Zwei volumenstarke Marken eines Konzerns mussten trotzdem Rückgänge hinnehmen.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


Grafik 1 von 18
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Dienstag, 4. April 2017
 


Oberhausen. Im März 2017 wurden 359.683 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Trotz zweier Arbeitstage mehr war diese Entwicklung etwas besser als erwartet. Nach drei Monaten liegen die Neuzulassungen insgesamt 6,7 Prozent im Plus.. Abgesehen von 2009, dem Jahr der Verschrottungsprämie, ist das sowohl für einen März als auch für ein erstes Quartal der höchste Wert seit dem Jahr 2000.
Die Diesel-Zulassungen gingen trotz der guten Gesamtmarktentwicklung um 2,8 Prozent zurück.. Ihr Anteil von 40,6 Prozent liegt fast sechs Prozentpunkte unter dem des Vorjahrs und ist der niedrigste März-Wert seit 2010. Mitte vergangenen Jahres begann der kontinuierliche Rückgang der Dieselanteile, der voraussichtlich noch nicht zu Ende ist.

Private Zulassungen mit besserer Entwicklung als die gewerbliche Nachfrage

Die direkten privaten Zulassungen stiegen im März um überdurchschnittliche 13,3 Prozent, die gewerblichen Neuzulassungen legten 10,4 Prozent zu. Mit 35,2 Prozent erreichte der Privatmarkt zum wiederholten Male einen etwas höheren Anteil als im entsprechenden Vorjahresmonat und lieferte einen größeren Beitrag an der gesamten Zulassungsentwicklung als die gewerbliche Nachfrage. Dennoch kann von einer generellen Trendumkehr keine Rede sein. Immer noch dient ein großer Teil der gewerblichen Zulassungen dazu, kurzzeitig zugelassene Pkw als junge Gebrauchte an den Privatkunden zu bringen.
Etwas schwächer als die Neuzulassungen, allerdings auf einem sehr hohen Niveau, entwickelten sich die Besitzumschreibungen mit einem Plus von 8,2 Prozent. Über 725.000 gebrauchte Pkw wechselten ihren Besitzer. Ebenso wie die Neuzulassungen sind die Besitzumschreibungen sowohl im abgelaufenen Monat als auch im ersten Quartal auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2000.

Stimmung bei Verbrauchern und Industrie ist sehr gut

Die Stimmungslage bei Industrie und Verbrauchern verbesserte sich im März deutlich. Die von der EU veröffentlichten Vertrauensindices der Industrie und der Verbraucher stiegen wieder an. Das Industrievertrauen erreichte den höchsten Wert seit Mitte 2011 und liegt seit einigen Monaten über dem der Verbraucher. Aber auch deren Index ist nach einem Rückgang im Februar wieder oberhalb seines langfristigen Durchschnittsniveaus. 

Der IFO-Geschäftsklimaindex zeigt ebenfalls nach oben. Insbesondere die Einschätzung der aktuellen Lage ist sehr positiv. Aber auch die Geschäftserwartungen haben sich im Vergleich zum Vormonat wieder verbessert.

2017 werden die Neuzulassungen über denen des Vorjahres liegen

Für die nächsten Monate wird mit keiner Eintrübung der objektiven Rahmenbedingungen gerechnet. Negative Auswirkungen auf das Kaufverhalten aufgrund geo- und innenpolitischer Risiken sind im Moment nicht absehbar. Die aktuelle Auftragslage ist außerdem sehr zufriedenstellend: Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte, sind die Auftragseingänge bei den deutschen Herstellern im März um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen.

Für das Gesamtjahr 2017 erwartet die Automobilwoche einen Anstieg der Neuzulassungen auf mindestens 3,4 Millionen Neuzulassungen (plus 1,4 Prozent gegenüber 2016). Allerdings werden die kommenden Monate in Summe kein Wachstum mehr gegenüber dem Vorjahr aufweisen. Der Grund liegt in der geringen Anzahl an Arbeitstagen: Während das erste Quartal drei Arbeitstage mehr aufwies, fehlen in den kommenden neun Monaten insgesamt fünf Arbeitstage. Insbesondere der April hat drei Arbeitstage weniger, sodass ein Rückgang im kommenden Monat, unter Umständen sogar zweistellig, zu erwarten ist. Dennoch wird die Gesamtentwicklung - um diese Effekte bereinigt - weiterhin positiv sein.

VW leicht im Plus, Audi und Skoda verlieren

Im stark steigenden Gesamtmarkt gab es im März bei den Top zehn Marken Gewinne bis plus 39 Prozent und Verluste bis minus zwei Prozent. Weiterhin eindeutig auf Platz eins liegt Marktführer VW. Nach dem starken Rückgang im Februar konnte die Marke vergangenen Monat ein minimales Plus von 0,6 Prozent verzeichnen. Der daraus resultierende Marktanteil von 17,6 Prozent ist in etwa auf dem Niveau des Vormonats, aber der niedrigste März-Wert seit 2005. Als einzige Marke unter den Top zehn schießt VW das erste Quartal schlechter ab als im Vorjahreszeitraum.

Auf den Plätzen zwei bis vier lagen im März die Premium-Marken Mercedes, Audi und BMW mit einer uneinheitlichen Entwicklung: Mercedes auf Platz zwei wuchs mit plus 14 Prozent stärker als der Gesamtmarkt. Audi kam trotz eines Rückgangs um über zwei Prozent vor BMW auf Rang drei. Die Marke aus München verzeichnete ein unterdurchschnittliches Plus von knapp sechs Prozent.
Opel und Ford folgen auf den Plätzen fünf und sechs. Beide Marken konnten mit plus 18,3 Prozent (Opel) und plus 15,7 Prozent (Ford) deutlicher wachsen als der der Durchschnitt.

Renault mal wieder mit höchsten Zuwächsen

Auf den Plätzen sieben bis zehn lagen im März die vier Importmarken Skoda, Renault, Seat und Hyundai. Von den vier Marken schloss Renault mit plus 39,2 Prozent den März als eindeutiger Gewinner der zehn volumenstärksten Marken ab. Auch nach drei Monaten verzeichnet die Marke die stärksten Zuwächse.
Skoda konnte mit minus 0,6 Prozent das Vorjahresergebnis nicht bestätigen, bleibt aber stärkste Importmarke. Seat legte überdurchschnittliche 13,3 Prozent zu und verwies Hyundai (plus 6,8 Prozent) auf den zehnten Platz. Beide Marken trennten allerdings nur 400 Neuzulassungen.

Die Importeure insgesamt konnten auch im März mit plus 18,5 Prozent deutlich besser abschließen als ihre deutschen Wettbewerber. Die Premium-Marken lagen in Summe 6,8 Prozent im Plus, die Volumen-Marken erreichten plus 7,4 Prozent.

Der aktuelle Erfolg der Importeure lässt sich nicht nur auf das Ergebnis von Renault reduzieren.. Auch Marken, die nicht in den Top zehn zu finden sind, konnte ihre Ergebnisse ebenfalls deutlich verbessern. Im März erzielten neben Renault vor allem Fiat und Toyota ebenfalls sehr hohe Volumenzuwächse.