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Mai 2015

Deutscher Pkw-Markt im Mai 2015:

Feiertage im Mai sorgen für rückläufige

Neuzulassungen

 

Die äußerst geringe Zahl an Arbeitstagen sorgt für weniger Neuzulassungen und Besitzumschreibungen. Alle Top zehn Marken liegen im Minus, Opel verzeichnet den stärksten Rückgang. Mercedes belegt wieder Platz zwei hinter VW. Die Prognose von 3,17 Millionen Neuzulassungen für das Gesamtjahr bleibt unverändert.


Autor:
Ulrich Winzen
ulrich.winzen@gmx.de

 


Grafik 1 von 7
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Mittwoch, 03. Juni 2015
 

Oberhausen. Oberhausen. Im Mai 2015 wurden 256.385 Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Minus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach fünf Monaten liegen die Neuzulassungen 3,6 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums. Die schwache Nachfrageentwicklung ist eindeutig auf die geringe Zahl an Arbeitstagen zurückzuführen. Mit lediglich 18 möglichen Verkaufstagen gab es so wenig Kauf- und Zulassungsmöglichkeiten wie seit 1986 nicht mehr.
Die privaten Neuzulassungen gingen um über sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Die langjährige Tendenz der rückläufigen Anteile von privaten Neuzulassungen setzte sich mit 37,1 Prozent im Mai fort. Mitte der 90er-Jahre lag ihr Anteil noch bei circa 65 Prozent. Das Nachfrageverhalten der Verbraucher ändert sich weiterhin dahingehend, dass immer häufiger auf bereits zugelassene, fertig konfigurierte Pkw zurückgegriffen wird, die einen nicht unerheblichen Preisvorteil bieten.
Die gewerblichen Zulassungen gingen im abgelaufenen Monat um 6,5 Prozent zurück
Die Frühindikatoren zeigten im Mai keine Fortsetzung der positiven Entwicklung der letzten Monate: Der IFO-Geschäftsklimaindex konnte sich nicht weiter verbessern, befindet sich aber auf einem vielversprechenden Niveau. Auch das Verbrauchervertrauen ist im Mai nicht weiter gestiegen. Allerdings beruht dies auf einer leicht pessimistischeren Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage in den nächsten zwölf Monaten, während die Aussichten für die persönliche finanzielle Situation positiver als im letzten Monat gesehen werden. Die schwelende Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Griechenland drückt offensichtlich auf die Stimmung der Verbraucher und der Industrie.
Für den weiteren Jahresverlauf wird mit keiner erneuten Eintrübung der Rahmenbedingungen gerechnet. Das Wirtschaftswachstum wird circa zwei Prozent höher ausfallen als 2014 und die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist so gut wie seit langem nicht mehr. Darüber hinaus meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA) für die ersten fünf Monate ein deutliches Plus bei den inländischen Auftragseingängen deutscher Hersteller. Bereits der Juni wird zeigen, dass das Mai-Ergebnis keine Umkehr des positiven Trends bedeutet: Für den laufenden Monat werden über 300.000 neu zugelassene Pkw erwartet.
Unter diesen Voraussetzungen werden sich die Pkw-Neuzulassungen 2015 weiterhin positiv entwickeln. Die Prognose der Automobilwoche für 2015 von 3,17 Millionen Neuzulassungen, ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bleibt somit unverändert. Damit befindet sich das erwartete Neuzulassungsniveau nur noch gut vier Prozent unterhalb des Durchschnitts der Vorkrisenjahre 2000 bis 2007.
Die Besitzumschreibungen litten nicht so stark unter der geringen Zahl an Arbeitstagen und schlossen den Monat mit minus 0,9 Prozent deutlich besser ab als die Neuzulassungen. Addiert man die Besitzumschreibungen und die privaten Neuzulassungen, so zeigt sich, dass - ausgenommen vom Jahr der Verschrottungsprämie – diese so definierte private Nachfrage in den ersten fünf Monaten den höchsten Stand seit 2003 erreicht hat.
Die Entwicklung der Top zehn Marken im Mai zeigte, was das Vorzeichen angeht, eine einheitliche Entwicklung: Alle diese Marken ließen weniger neue Pkw zu als im Vorjahresmonat.
Marktführer VW verzeichnete ein unterdurchschnittliches Minus von 3,8 Prozent und erreichte einen Marktanteil von 21,8 Prozent.
Mercedes schaffte mit einem minimalen Rückgang von 2,4 Prozent wieder den Sprung zurück auf Platz zwei, der letzten Monat an Audi abgegeben werden musste. Auch nach fünf Monate liegen sie auf Platz zwei, allerdings beträgt der Vorsprung auf Audi lediglich 550 Neuzulassungen.
Audi belegte mit minus 13 Prozent Rang drei und erreichte 8,2 Prozent Marktanteil, deutlich vor BMW mit minus neun Prozent und einem Marktanteil von 7,2 Prozent.
Auf Platz fünf landete Opel vor Ford. Erstere mussten mit fast minus 20 Prozent den höchsten Rückgang alle Top zehn Marken hinnehmen und lagen im Mai um lediglich 62 Neuzulassungen vor dem Wettbewerber aus Köln.
Auf den Plätzen sieben bis zehn liegen die vier Importmarken Skoda, Hyundai, Renault und Seat. Dabei erreichte Hyundai mit lediglich minus 1,7 Prozent das beste Ergebnis aller Top zehn Marken.
Die Gewinner nach fünf Monaten bei den volumenstärksten zehn Marken sind VW mit plus 7,7 Prozent, gefolgt von Hyundai mit plus 7,4 Prozent. Die Neuzulassungen von Opel und Renault dagegen liegen unterhalb der Ergebnisse der Vorjahresperiode.